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Über 70 Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes in Jiangsu verhaftet

In nur 20 Tagen im Mai wurden in mehreren größeren Städten der Provinz Jiangsu, wie Nanjing und Yangzhou, über 70 Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes, einer chinesisch-christlichen neuen religiösen Bewegung, verhaftet. In ihren Wohnstätten wurden von den Behörden Razzien durchgeführt und von einigen Mitgliedern hat man seitdem keine Nachricht erhalten. Über eine Million Yuan an Kirchengeldern wurden beschlagnahmt und mehr als 200 Gläubige verloren ihre Gebetsstätten.

Über 30 Menschen wurden in Nanjing festgenommen, viele von ihnen waren ein halbes Jahr lang von den Behörden überwacht worden. Andere Gläubige mussten aus ihren Wohnstätten fliehen, um einer Verhaftung zu entgehen. Am 15. Mai überfiel die Polizei der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) die Wohnung eines älteren Gläubigen, um ihn festzunehmen, woraufhin der Mann aus dem 4. Stock sprang.

Drei Gläubige verhaftet: möglicherweise gefoltert

Am 30. April gegen 10:00 Uhr stürmten mehr als zehn Polizisten in Zivil einer örtlichen Polizeiwache in Yangzhou plötzlich in die Wohnstätte von Chen Cheng (Pseudonym). Sie verhafteten sie, zusammen mit zwei anderen, die mit ihr zusammen waren, Qiu Jingye (Pseudonym) und Jin Shengqin (Pseudonym). Sie durchsuchten die Wohnstätte gründlich und stellten alles auf den Kopf. Die Beamten plünderten alles, was sie fanden: Bücher und anderes gedrucktes religiöses Material, mindestens zehn Laptops im Wert von insgesamt über 20.000 Yuan, vier Tablets, acht externe Festplatten, einen Drucker, drei Mobiltelefone und 80.000 Yuan in bar, wovon die Hälfte der Kirchenfond war. Chen Cheng wurde zur Polizeiwache gebracht; Qiu Jingye und Jin Shengqin wurden zu Geheimverhören in ein Hotel in Yangzhou gebracht.

Die drei Frauen wurden nicht freigelassen und es liegen keine Informationen über ihren Zustand vor. Höchstwahrscheinlich werden sie schwerer Folter ausgesetzt. Laut Insiderinformation hat die KPCh-Regierung im ganzen Land eine Reihe geheimer Vernehmungsbasen eingerichtet, die als Folterstätten dienen. Einige der zuvor Verhafteten berichteten, dass die Mitglieder der Kirche in geheime Vernehmungsräume in Hotels, Pflegeheimen oder verlassenen Fabriken gebracht und verschiedenen Foltermethoden ausgesetzt wurden, wie etwa dem Aufhängen an den Armen hinter dem Rücken, Elektroschocks, Bambussplitter ins Nagelbett stecken oder Waterboarding.

Die KPCh benutzt oft Angehörige von Gläubigen, um sie zu bedrohen und dazu zu verleiten, Informationen über die Kirche herauszurücken. Daher schickte das örtliche Büro für Öffentliche Sicherheit einige Tage nach ihrer Festnahme Beamte in Jin Shengqins Heimatstadt, um ihre Tochter zu filmen.

Zwei Frauen entkamen der Verhaftung und leben in einem Versteck

Vor dem Morgengrauen am 29. April verließen zwei Mitglieder der Kirche, Yao Ying und Yang Zhong, Chen Chengs Wohnstatt, um Besorgungen zu erledigen, und entkamen nur aus diesem Grund der Festnahme.

Kurz nach 15 Uhr am 1. Mai flohen Yang Zhong und Yao Ying aus ihrer Wohnstätte, nachdem sie von der Verhaftung von Chen Cheng und den anderen erfahren hatten. Sie hatten sogar Angst, auf öffentliche Toiletten zu gehen und versuchten, nicht von Überwachungskameras gefilmt zu werden. Die beiden Frauen verstecken sich derzeit an einem geheimen Ort. Sie können nicht den Ort nicht verlassen und müssen Vorsicht walten lassen, was sie sprechen oder wie sich bewegen. Beide Frauen leiden unter verschiedenen Krankheiten, wagen es aber nicht, zum Arzt zu gehen.

„Ich sah zwei Hunde durchs Fenster, die fröhlich auf der Straße spielten, und ich war so neidisch“, sagte Yang Zhong emotional. „Selbst kleine Hunde können auf der Straße herumlaufen, doch wir haben nicht einmal das Recht, frei hinauszugehen, nur weil wir uns der Verhaftung durch die KPCh entziehen. Sogar ein Hund ist besser dran. Es gibt keine Zuflucht für Gläubige in China! “

In Vorbereitung der Verhaftungen haben die lokalen Regierungen in Jiangsu seit April verschiedene Propagandamittel benutzt, um Hass gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes zu entfachen. So wurden etwa 500 bis 5.000 Yuan Prämie für die Denunzierung von Kirchenmitgliedern versprochen.

Die Verfolgung der Kirche des Allmächtigen Gottes findet in Provinzen in ganz China statt. Vom 26. bis 28. Juni wurden in der Provinz Liaoning mehr als 500 Kirchenmitglieder im Rahmen der „Operation Donner“ verhaftet.

Quelle: Unmittelbare Berichte aus China

VON: BITTER WINTER

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